Boden gewinnen
Seit dem Tod meiner Mutter bin ich dabei von Tag zu Tag in kleinen Schritten wieder den Alltag zu lernen. Nicht nur dieses schwere und ernste Erleben, auch die anstrengende Zeit des Lernens für die DAV - Fachprüfung haben mich psychisch und physisch sehr mitgenommen.
Nachts träume ich regelmäßig alles noch mal: Beerdigung, Abschied im Pflegeheim, Szenen über Szenen. Bei einer Kuh würde man sagen: Wiederkäuen… Natürlich fühle ich oft Trauer und Leere, aber ich kann auch wieder lachen. Es braucht einfach Zeit. - Ich bemühe mich, gut für mich zu sorgen, bin dabei, die Speicher langsam wieder mit Kraft aufzufüllen. Ich esse und schlafe viel, gehe in die Sauna, mache Spaziergänge. Heute war ich mit einer Bekannten im Wallraf - Richartz - Museum in der Ausstellung: “Künstlerpaare”.
Ich geniesse es sehr, dass es zur Zeit viele freie Tage gibt. Das ist erholsam, denn im Augenblick kann ich nichts geben. Ich brauche diese Entspannung. Ich bin vollkommen erschöpft. Arbeiten werde ich erst wieder ab 5.Januar.
An Weihnachten war ich bei einer lieben Freundin und ihrem Mann und Kind zum Essen eingeladen. Es war ein schöner gemütlicher Weihnachtsabend. Ich bin nicht allein auf der Welt. Ich habe meine Mutter verloren. Ja. Ich habe aber wirklich gute und liebevolle Freunde und bin mir selbst gut gesonnen. Das ist tröstlich - und so gewinne ich Tag für Tag Land.





