Tagebuch Barcelona
Erster Tag
Das war mein erster Tag in Barcelona. Aufgestanden bin ich heute morgen mit einem trunkenen Kopf und entsprechenden Katergefühlen, weil ich den gestrigen Abend unbedingt die verschiedensten Alkoholika durcheinander trinken musste, was mir gar nicht gut getan hat. Aber ich war gestern abends auch ziemlich durcheinander nach dem Flug und den ganzen schlechten Nachrichten, was den Gesundheitszustand meiner Mutter betrifft. Ich hatte auch zum ersten Mal Flugangst wegen dem Flugzeugunglück in Madrid und war regelrecht froh, als das Flugzeug wohl behalten in Barcelona landete.
Also habe ich mir wegen des gestrigen Besäufnisses verziehen und mich andererseits auch nicht über die Kopfschmerzen beklagt. Ich ließ mich früh wecken, da die Batterien meines Weckers – typisch – ihren Geist aufgegeben hatten. Erst mal gab es um 8.30 Uhr ein vernünftiges Frühstück, das mir einen guten Boden für den Tag geben sollte: Ananassaft, zwei Cappuccinos, Schinken, etwas Rührei, Toastbrot und ein Croissant. Dann gab es noch ein paar Kreislauftropfen und die Kopfschmerzen waren rückläufig.
Um 9 Uhr war ich dann schon unterwegs und stieg um 9.10 Uhr bei der „Sagrada Familia“ in den Bus. Der Bus für Touristen hier ist der absolute Hit! Man zahlt für 2 Tage 26 € und fährt so lang und so oft man will durch die Stadt von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten, am besten oben wo man im Freien sitzt und Barcelona bestaunen kann. Überall wo man will, kann man aus- oder einsteigen. Und der Bus fährt den ganzen Tag auch bis 22.30 Uhr nachts! Und so lange war ich dann heute auch unterwegs. Grandios! Da mein Zustand ja noch nicht ganz topp war, fuhr ich erst mal los und ließ mich beschallen und staunte.
Das erste Mal stieg ich aus beim „Tibidabo“ und marschierte nach oben zum Museum der Wissenschaften „CosmoCaixa“ und Planetarium. Leider machte dieses aber erst ein paar Stunden später auf und unverrichteter Dinge wanderte ich wieder bergabwärts und stieg erneut in einen der tollen Busse. Ausgestiegen bin ich dann wieder beim „Palau Real“ und besuchte den Park, das Keramikmuseum und das Museum für Design. Sehr hübsch! Im Park lernte ich jede Menge Papageien kennen, die da wohnen und einen Höllenspektakel aufführen. Sehr spannend fand ich auch das Drachentor am „Pavellon Güell“ von Gaudi, dass ich dann auch fotografiert habe.
Und nun fuhr ich weiter, bis wir wieder zur „Sagrada Familia“ kamen. Diesmal stieg ich aus und war fasziniert von diesem ewigen Bauwerk und seinen merkwürdigen Formen.
Nächster Halt: Gracia und Tapas essen. Wow! Thunfisch-Ei-Salat, gegrillte Scampi, Wurst, Brot in Öl. Ich platze!
Wieder in den Bus. Somit steige ich erneut aus am Tibidado und diesmal ist das Museum offen und ich erlebe das Planetarium mit dem „Urknall“ als Vorführung (na ja..) und toll – den nachgeahmten Regenwald und so manches andere und kaufe im Shop ein paar tolle Sachen.
Zurück in den Bus!
Nun geht es nach Hause, eine Flasche Wein kaufen…
Und dann duschen, aufschreiben. Was ich erlebte, genießen und den Abend beschließen mit gutem Rotwein!
Zweiter Tag
Aufgestanden ohne Kopfschmerzen, wieder früh und wieder dieses merkwürdige Frühstück hinter mich gebracht. Es reichte heute bis 17 Uhr! Das Wetter sah morgens schon recht wankelmütig aus… Oha! Ich packte also meinen Schirm und Regenschutz ein, was mir dann später sehr von Nutzen war und machte mich auf zur Bushaltestelle „Sagrada Familia“. Da ich nicht wusste, wie lange das Wetter mitmachen würde, fuhr ich nur zwei Stationen und marschierte dann eine Stunde durch den „Park Güell“ und das dortige Gaudi Museum. Was für eine Pracht! Schade nur, dass die Sonne nicht schien. Dann wieder mit dem Bus eine lange, lange Fahrt quer durch die Stadt, um endlich die beiden Prachtbauten von Gaudi zu besichtigen, die „Casa Batllo“ und „La Pedrera“. Anstehen um ein Ticket zu bekommen: 40 Minuten. Aber es hat sich gelohnt, besonders die „Casa Batllo“! Die „Fundacio Antoni Tapies“ war leider wegen Bauarbeiten geschlossen. Dafür habe ich mir dann noch zwei Häuser angesehen, die „Casa Lleo Morera“ und die „Casa Amatller“, beide Jugendstil und wunderschön. Leider sind hier auch viele Österreicher, die nicht gemerkt haben, dass Hundertwasser ein Epigone von Gaudi war und arrogant herumquatschen. Beim Schlange stehen hörte ich ihre dummen Kommentare…
Nun stieg ich um in die blaue Linie und machte eine endlos lange Fahrt am Hafen entlang, sicher zwei Stunden oder mehr. Das war aber so weit in Ordnung, da es inzwischen heftig angefangen hatte zu regnen. Meine Laune verbesserte sich erst, als ich im alten Stadtviertel „Barri Gotic“ ausstieg und lange durch Gassen marschierte, die mich sehr an Genua erinnerten, um endlich ein tolles einheimisches Restaurant zu finden, in dem ich günstig und gut und völlig untouristisch gegessen habe: Fisch und Tapas und Brot und Wein und für alles habe ich nur 11 € bezahlt und wurde sehr nett bedient. Da werde ich wieder hingehen!
Danach wieder zurück zum Bus, Fahrt bis zur „Sagrada Familia“, die abends besonders schön in den Himmel ragt, und dann hab ich mich noch eine Stunde im Regen verlaufen auf der Suche nach meinem Hotel. Meine Orientierung war immer schon die reinste Katastrophe…Und die netten Spanier haben mich aber auch alle falsche Wege geleitet..
Morgen soll es weiter regnen.
Vielleicht wird das dann ein Museumstag?
Werde heute früh ins Bett gehen!
Dritter Tag
Aber als ich heute aufwachte – und zwar zum ersten Mal spät (hatte ja sowieso Regen erwartet, warum also früh aufstehen…) schien die Sonne warm auf Barcelona nieder und zwar den ganzen Tag! Also alles wieder mal anders als erwartet. Nach dem Frühstück Regenschirm und Regenschutz aus der Tasche und kompletter Umzug auf warm! Dann erst mal einkaufen beim Supermercado: Wasser (5l Flasche, Rioja und Cracker für die späten Abendstunden am Computer. Alles ins Hotel tragen und auf zur Bushaltestelle „Sagrada Familia“.
Und dann fuhr ich erst mal los und verpasste prompt den Ausstieg bei dem Kloster, das ich besuchen wollte, was dazu führte, dass ich eine ganze Stunde umsonst durch Barcelona fuhr, um dann beim zweiten Mal auszusteigen und das „Kloster von Pedralbes“ zu besuchen. Es hat sich gelohnt. Ich war von den Räumen und der Geschichte des Klosters tief berührt, von der stillen Schönheit, dem wunderschönen Klostergarten, den herrlich restaurierten Räumen und der ganzen Atmosphäre. Die Klarissinnen lebten in diesen gotischen Kreuzgängen, die 1326 erbaut wurden und aßen im Refektorium. Ich besichtigte die Klosterzellen, die Schlafräume, die Abtei, die Apotheke und die Küche, den Klosterschatz mit uralten Büchern, Reliquien und Kunstwerken. An den Wänden des Essraums steht überall auf Lateinisch: Silentium! (Ruhe!) und man solle sich mit wenigem begnügen, und auf einer Art Kanzel las eine Nonne erbauliche Texte vor, während das Essen schweigend eingenommen wurde. Ora et labora.
Die Nonnen lebten größtenteils von Fisch, Weizen und Gemüse. Nur an Festtagen gab es Fleisch und Quarkspeisen, während der Fastenzeit nur Fisch, nicht einmal Gemüse. Da könnte man sich mal ein Beispiel nehmen!
Nach diesem schönen Vormittag machte ich eine sehr lange Hafenrundfahrt, um später das Miro – Museum zu besuchen, was wirklich ganz hervorragend ist. Dennoch ist Miro nicht der Maler meines Herzens.
Endlich stieg ich in der Altstadt aus und wollte wieder essen gehen, wo ich das letzte Mal war. Geschlossen! So ließ ich mich einfach von meinem Instinkt durch die Strassen treiben und fand einen herrlichen Platz, wo ich draußen sitzend Fisch, Wein und Brot genoss und danach wieder mal längere Zeit auf der Suche nach dem Bus meine Füße wund lief. Ein paar Haltstellen konnte ich noch fahren, aber dann musste ich dennoch ein Taxi nehmen, was in Barcelona gar nicht so leicht ist. Nach 20 Minuten Schlange stehen, hatte ich es aber geschafft: Und hier bin ich!
Nachtrag zum dritten Tag:
Meine Füße sind richtig heiß gelaufen. So viel war ich schon lange nicht mehr unterwegs, zu Fuß aber auch mit dem Bus und meist draußen.. Wahrscheinlich ist das ziemlich gesund. –Aber auch anstrengend.
Heute früh kam mir die Erleuchtung, dass Gaudi vermutlich einer der ganz weisen und tief spirituellen Menschen gewesen war. Die architektonische Neuerfindung seiner Säulen hängt nämlich mit den Grundlagen der Esoterik (Hermes trismegistos) zusammen: Wie oben so unten!
Vierter Tag
Am Abend des vierten Tages muss ich sagen: nun ist der Punkt erreicht, wo ich mir für die letzten beiden Tage in Barcelona nur noch Ruhe und Entspannung wünsche. Ich habe so viel gesehen, dass ich genug zu verdauen habe. Heute morgen schien wieder die Sonne und ich fuhr mit dem Bus, der berühmten blauen Straßenbahn und einer Zahnradbahn ganz oben auf die Spitze des Tibidabo, von wo man einen phantastischen Rundblick über Barcelona hat! Nicht genug damit. Es gibt da auch noch eine Kirche direkt neben dem Vergnügungspark, in deren Innerem sich ein Lift befindet, mit dem man auf zwei weiter noch höhere Plattformen hochfahren kann. Auch das habe ich gemacht, um ganz oben in der Sonne über die Stadt zu schauen.
Danach ging es wieder hinunter und quer durch die Stadt, um endlich auszusteigen und die ganzen Ramblas zu Fuß bis zum Meer zu gehen. Tatsächlich ist das sehr unterhaltsam, sogar am Sonntag, obwohl die Geschäfte geschlossen sind, denn die Straßenkünstler sind alle unterwegs und es gibt sehr viel Kreatives zu erleben: Living dolls in jeder Ausführung, Straßenmaler, Musiker usw. Ich ging auch in manche dunkle Seitenstrasse und weiß nun, dass ich da morgen wieder hingehen werde, wenn die Geschäfte offen sind, um alte Buchläden zu besuchen.
Unter der Columbussäule stieg ich wieder in den Bus und fuhr ganz weit am Strand und Meer entlang. Beim Umsteigen versuchten drei als Touristinnen getarnte spanische Diebinnen, in meine Tasche zu greifen, aber der Buschauffeur – ein wahrer Schutzengel - machte ein Höllenspektakel mit der Hupe, worauf sie das Weite suchten. Dann fuhr ich etwas geschockt wieder zurück bis zu „Barri Gotic“ und spazierte zur Kathedrale und der „Placa Seu“, wo Musik gemacht wurde.
Ich ging zu Fuß durch viele kleine Gassen und fand ziemlich versteckt das Picasso – Museum, wo mich eine höchst interessante Ausstellung und ein sehr imposantes Haus überraschten. Weniger Picasso, der mich kaum noch überraschen kann - mehr die Ausstellung über Velasquez faszinierte mich, insbesondere ein Film zur Ausstellung. Der Film gibt eine Impression, wie das Bild vielleicht entstanden ist. Als ob sie lebendig geworden wären, sieht man die Figuren, die im Bild vorkommen, die Dame, das Hausmädchen, die Kinder, den Gnom, den Maler sich in Originalkostümen still im Raum bewegen, einander etwas zuflüstern, lächeln… Selbst der Hund ist dabei. Die Gesichter und die Kostüme, die Maske, das Licht und die Räume: Alles stimmt und findet eine Einheit. Das Bild lebt und schlägt den Betrachter in den Bann, eine phantastische und überzeugende Mischung aus Theater, Film, Malerei.
Verzaubert von diesem Kunstgenuss machte ich mich auf den Weg zu „meinem“ Restaurant, das heute wieder geöffnet hatte und speiste königlich:
1.Gang: Avocadosalat mit Shrimps
2. Gang: Salm, Kartoffeln, Gemüse – und dazu 2 Gläser Hauswein und Brot.
Zum Abschluss ein Espresso und dann wieder zum Bus bis „Sagrada Familia“.
Von da mit relativ wenig Umwegen zu Fuß nach Hause.
Heute bin ich auch mal etwas früher im Hotel nach einem längeren netten Plausch mit dem Portier. Es ist 22.20 Uhr und ich bin todmüde, werde jetzt noch ein bisschen Mails verschicken, Postkarten schreiben, Duschen und dann schlafen…Was für ein toller Urlaub!
Fünfter Tag
Heute Vormittag bin ich zum ersten Mal mit dieser riesigen Metro gefahren. Ein Gefühl wie in Paris. Und der Vormittag war äußerst faszinierend, weil ich in zwei kulturell höchst aufregenden Orten war, im „Gran Teatre del Liceu“ und im „Palau Musica Catalana“. Das sind eigentlich keine Theater sondern ungeheure Prachtbauten. Jeder Ort war mit einer etwa 2-stündigen Führung von oben bis unten zu bestaunen. Besonders der „Palau Musica Catalana“ ist so umwerfend, dass ich sagen muss: Das muss man gesehen haben. Es ist märchenhaft. Gold, Jugendstil, riesige Ausmaße, Stuck, Marmor und Glasmosaiken: Der Architekt und die Innenausstatter haben sich hier selbst übertroffen. Da ist die Kölner Philharmonie ein lächerlicher Bau dagegen. Und ich übertreibe nicht. Ich bin ja hier in Barcelona einiges gewöhnt durch die wundervollen Parks und Häuser von Gaudi. Aber das war ja nun der Höhepunkt. Ganz Barcelona ist für den Kunstfreund eigentlich eine Reise von einem Höhepunkt zum nächsten!
So gegen 15 Uhr war ich vollkommen erschöpft und beschloss erst einmal ins Hotel zu fahren, um ein paar Sachen aus der Tasche, die mir wie Blei um die Schultern hing los zu werden. (Ich hatte ja auch noch eine schöne Körpermilch gekauft, die ich nicht auch noch durch Barcelona tragen wollte.
Ja, und dann bin ich im Hotel geblieben. Ich war so müde und meine Füße taten weh, dass ich erst mal nur noch schlafen wollte. Vorher habe ich noch im Hotel was gegessen und einen Rotwein getrunken und dann war ich vollkommen bettreif.
Nun bin ich wach und es ist schon 20 Uhr. Ich bin, nachdem ich geduscht habe, Haare gewaschen und die leckere Körpermilch ausprobiert habe immer noch müde und erschlagen.
Ich glaube, heute mache ich auch nichts mehr. Ich bin einfach müde und brauche Ruhe. Vielleicht trinke ich noch einen Kaffee und mache einen keinen Spaziergang, aber das war es dann.
Faulenzen ist absolut angesagt und lesen im Bett und die armen Knochen ausruhen. Barcelona hin oder her!
Immerhin ist es hier permanent warm (24 Grad), und ich laufe den ganzen Tag herum. Die Füße brennen regelrecht. Und die vielen kolossalen Eindrücke müssen ja auch mal verarbeitet werden, das ist ja auch alles ziemlich anstrengend.
Nachtrag zum fünften Tag
Ich bin noch mal draußen gewesen und habe einen schönen Abendspaziergang zur „Sagrada Familia“ gemacht. Abends kann man in Ruhe die Kirche ohne Touristen betrachten. Und dann habe ich mich noch in eine Bar gesetzt und hab da einen Espresso getrunken und im Barcelonaführer nachgelesen, was ich denn in meinen letzten beiden Tagen hier vielleicht noch unternehmen könnte. Der Spaziergang hat mir gut getan. So war ich noch mal an der schönen frischen Luft und hab mir die Beine vertreten. Die armen Beine! Die sind so müde vom vielen Treppen hoch und runter. Nur schon diese vielen Treppen in der Metro schaffen einen ganz schön.
Ich finde mich nun auch endlich zurecht und verlaufe mich nicht mehr. Als Stier mit Steinbock im dritten Haus brauche ich für alles eben langsam. (!)
Heute fühlte ich mich nun doch etwas einsam. Wenn man fünf Tage mit keinem Menschen mehr deutsch gesprochen hat, fehlt einem doch etwas. Mir fehlen gerade meine Freunde, meine Telefonate und meine Wohnung und meine Katzen.
Ich glaube, ich fange mich an auf zu Hause zu freuen! So ein Hotelzimmer ist auf die Dauer auch ein bisschen traurig. - Vielleicht sollte ich die nächste Reise mal mit jemand zusammen planen? Ich kann ganz gut einige Tage mich allein vergnügen, aber dann brauche ich auch wieder Austausch! - Nun werde ich noch ein bisschen lesen und dann kommt schon mein vorletzter Tag in Barcelona.
Sechster Tag
Meine Stimmung hat sich gebessert! Gottlob: Gestern hatte ich ein Tief, das nicht von schlechten Eltern war. Der heutige Tag war wieder überraschend beschwingt, wenn auch das Wetter bedeckt und nicht so sonnig wie in den letzten Tagen war. Ich bin heute recht früh aufgestanden und dann mit der Metro zum „Montjuic“ gefahren, wo ich in aller Ruhe das „Poble espanyol“ besuchte. Das ist ein von vielen sehr guten Architekten entworfenes spanisches Dorf, das ursprünglich zur Weltausstellung von 1929 gehörte. Da es so gut gelungen war, ließ man es stehen, etwa so wie in Paris den Eifelturm. Alle unterschiedlichen Baustile von Spanien sind hier gewollt exemplarisch vertreten. Natürlich hat alles eine extreme Künstlichkeit. Die Häuser sind ja hohl und haben etwas von Filmkulissen, aber sehr gut gemacht. Und wenn man es nicht weiß…
Danach ging ich ein Stück zu Fuß, um den Pavillon von Mies van der Rohe zu besuchen, der in seiner Kargheit und Modernität hier sehr aus dem Rahmen fällt. Aber gerade diese Kargheit ist einmal ein sehr guter Kontrast.
Zufrieden spazierte ich weiter zur „Placa Espanya“ und fuhr mit der Metro bis „Placa Catalunya“. Von da aus besuchte ich nochmals im „Carrer Santa Anna“ die tolle Parfümerie L’Occitane von gestern und kaufte mir eine Crème tonifiante légère für meine sehr müden Beine, die ich dann auch ein paar mal unterwegs eingerieben habe, was mir diese sehr dankten.
Weiter zu Fuß zu dem berühmten Jugenstilcafé und Künstlertreff von Picasso, Gaudi, Utrillo „El Quadre Gats“, wo ich einen Espresso zu mir nahm.
Dann weiter zu Fuß durch viele Strassen zur „Libreria Almirall“. Die hatte aber geschlossen. Auch nicht so schlimm. Der Zufall führte mich dann zu einem sehr schönen kleinen Laden: „El Papiro“. Ich habe aber nichts gekauft.
Aber jetzt kam ich an der Kathedrale vorbei. Da gehen wahrscheinlich die meisten Touristen am ersten Tag hin. Ich aber am letzten. Es ist eine wirklich schöne Kathedrale und die heiligen Gänse, die sich dort aufhalten und in einem Brunnen baden, sind drollig und sehr fotogen. Ich fand einen Altar für die Maria in Lourdes und habe da eine Kerze angezündet für meine Mutter, meine Katzen, mich und Djadosz, eine befreundete Katze, die gerade krank ist. Uns allen insbesondere den Kranken habe ich dann da in einem kurzen Gebet Gesundheit und Genesung gewünscht!
Und nun machte ich mich wieder zu Fuß auf zu meinem Restaurant, wo ich nun schon zum dritten Mal essen ging.
Allerdings hatte ich diesmal mit einer Überraschung umzugehen. Die normale Bedienung war nicht da. Keiner der Kellner konnte auch nur ein Wort englisch, französisch, italienisch – geschweige denn deutsch. Hier wurde heute nur katalanisch gesprochen! Und dann soll man verstehen, was auf der Speisekarte steht…prompt hatte ich dann auch Muscheln auf dem Tisch, gegen die ich allergisch bin. Aber sie nahmen den Teller ohne Probleme zurück und ich bekam dafür einen anderen Fisch, ich glaube es war ein Salm, mit Salat, Kartoffeln und Auberginengemüse. Dazu stellte man den Wein und das Brot –man nehme - auf den Tisch, danach gab es noch einen spanischen sehr leckeren Pudding und einen Espresso und dann machte ich mich mehr als satt auf den Heimweg mit der Metro.
Ich glaube, das war es für heute. Meine Stimmung ist stabil geblieben. Ich habe heute nicht gegrübelt, aber nun werde ich nur noch lesen und mal überlegen, was ich morgen an meinem letzten Tag noch hier mache, denn mein Flug geht ab Barcelona erst um 20 Uhr, sodass ich bis 16/17 Uhr noch was unternehmen kann.





