Ein Briefwechsel unter Astrologinnen

„Liebe Anita,
…..Überhaupt bin ich irritiert: ich gehe ja zu L. in die Behandlung, das ist super, da kommt viel hoch, vieles, was ich natürlich kenne, und was ich auch fein säuberlich in Schubladen abgelegt habe und so schön versteh astrologisch; und dann wird mir plötzlich vor Augen geführt, dass das gar nichts hilft, wenn ich es nicht fühle, und das nervt, wozu ist die Astrologie denn dann nützlich? Weil sie in bestimmten Lebensphasen helfen kann, erstmal was zu sortieren? Aber dann packt man es ja weg, und sagt, das ist eben so und so… und versucht vom Kopf her in die erlöste Form zu kommen?! Grrr… du merkst schon, es wütet in mir.
Liebste Grüsse
I.”

Liebe I.,

  1. Die Astrologie ist ein Erkenntnisinstrument, keine Therapie. Erkenntnis ist immer der erste Schritt / also Bewusstwerdung.
  2. Das Fühlen der Themen k a n n auch in Folge einer Erkenntnis oder auch schon bei der Erkenntnis passieren. Das passiert, wenn du offen und bereit bist und in aller Langsamkeit dem Körper und den Gefühlen Zeit gibst, das Erkannte auch zu fühlen. Die Verbindung zwischen erkennen und fühlen geschieht in dir.
  3. Viele Therapien, wie zum Beispiel Analyse oder Verhaltenstherapie arbeiten auch nicht direkt mit dem Fühlen. Sondern mehr mit dem Verstehen und Umlernen.
  4. Fühlen alleine ist auch noch nicht Heilung. Sonst würde Theater einen ja heilen. Tut es das?
  5. Heilung ist erstens eine Gnade, zweitens ein relativ komplizierter Prozess und beginnt mit dem vollständigen liebevollen Akzeptieren der “Jetzt”-Situation ohne irgendetwas auszuagieren.
  6. Heilen entspricht dem Neptunprinzip. Das ist ein weiblicher Weg, in Folge dessen langsam, liebevoll, verstehend, akzeptierend.
  7. Handeln, Agieren, Unruhe, Ablehnung, Ungeduld verhindern Heilung und bestärken das eigentliche Problem.
  8. Unterdrückung und Verdrängung verstärkt das Problem.
  9. Nichts tun, aushalten, hinsehen und demütig und aufmerksam sein ist der Weg.
  10. Die Astrologie ist nützlich, um zu erkennen.
  11. Es kann sein, dass du ganzheitlich erkennst und auch fühlst.
  12. Wenn du nur erkennst und nichts fühlst, spaltest du dein Gefühl ab.
  13. Das tun die meisten Menschen, um in unserer Gesellschaft zu funktionieren.
  14. Die Astrologie zeigt dir den Weg.
  15. Den Weg gehen musst du selber.
  16. Gut, dass es Wegweiser gibt, oder?

Nicht umsonst hatte ich eine Gruppe angeboten: “Astrologie und Selbsterfahrung”. Da wäre das Angebot gewesen, abgespaltenes Gefühl an die astrologische Erkenntnis wieder anzukoppeln. Ich dachte, das wäre eine gute Unterstützung.
Herzliche Grüße
Anita Ferraris

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