Psychologische Astrologie
Ich schreibe gern in dieses Tagebuch. Manchmal höre ich auch von Menschen, die darin lesen. Oder ich stelle mir unbekannte Leser vor. Es ist ein merkwürdiges Gefühl erlebtes und reflektiertes Leben im Internet zu veröffentlichen.
Allerdings gibt es da natürlich Grenzen. In diesem Tagebuch erzähle ich im Grossen und Ganzen von meinen künstlerischen Gedanken, Erfahrungen, Tätigkeiten. Aber auch über die Astrologieseminare berichte ich hier. Und die eine oder andere persönliche Bemerkung - zum Beispiel im Ferientagebuch - kann ich mir auch nicht verkneifen.
Seit der Probe gestern mit “Wer leuchten will, muss brennen“, ruht die Inszenierung bis Montag früh, was gesund und gut ist. Denn nun muss sich die Arbeit auch erst mal setzen und verdaut werden. Das Thema ist ja schliesslich auch aufreibend, wenn man sich - was Theaterarbeit täglich erfordert - im Arbeitsprozess auf die Situationen und die daraus entstehenden Gefühle der Figuren voll und ganz einlässt. Und da muss man manchmal viel aushalten können. Es geht einem oft sehr nahe und eine Probe wirkt nach, oft bis in die Träume. - Wer mein Tagebuch verfolgt hat und gelesen hat, dass wir uns zur Zeit mit Folter, Inquisition, Gewalt beschäftigen, ahnt vielleicht, was das in den letzten Proben für Tine und mich bedeutet hat.
Das Wochenende ist größtenteils ausgefüllt von einem Astrologieseminar, das ich leite. Thema: Partnerschaftshoroskope. Astrologisch heißen die Techniken, mit denen man zwei Horoskope miteinander in Verbindung setzt: Synastrie, Composit, Combin. Es sind neben der Betrachtung von Venus und Mond im Männerhoroskop und Mars und Sonne im Frauenhoroskop Möglichkeiten, zu sehen, ob Menschen miteinander harmonieren, welche Themen in einer Partnerschaft zu bearbeiten sind, welche Entwicklungsmöglichkeiten eine Partnerschaft hat.
Es ist das erste von insgesamt vier Wochenendseminaren in meiner Ausbildungsgruppe zur LebensberaterIn auf der Basis der psychologischen Astrologie. Dazu kommen noch 36 Abende auf ein Jahr verteilt. Die Ausbildung wird in kleinen Gruppen durchgeführt. So lernen die Teilnehmer schnell und haben viele Möglichkeiten zu üben und korrigiert zu werden beim Interpretieren von Horoskopen. Die Ausbildung endet mit einer kleinen Prüfung und beinhaltet nebst den Basics der psychologischen Astrologie viele Elemente der Selbsterfahrung: Malen, Meditation, Tanz u.a. Im November - siehe Termine - wird die vierte Ausbildungsruppe starten. Bin gespannt, ob sich diesmal auch endlich mal ein Mann anmeldet. Darüber würde ich mich besonders freuen, da die Schwellenangst bisher scheinbar gross ist. Aber irgendwann, - da bin ich sicher - wird der erste es wagen…





